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Italien im Frühling oder: Limoncello - Tartelettes

Als ich heute Morgen aus dem Fenster sah, traf mich fast der Schlag.
Da lag Schnee auf der Straße, auf den Bäumen, den Autos und unaufhaltsam kommt (noch immer) Nachschub von oben.
Und dabei haben wir doch fast schon Mai und ich bin im Herzen schon sehr auf Frühling, Farben, Wärme und Sonne eingestellt...und auf dem Blog auch.
Tatsächlich handelt es sich beim heutigen Post um ein italienisch inspiriertes Frühling- , wenn nicht sogar Sommer - Rezept.




In meiner Kindheit verbrachten wir gefühlt den gesamten Frühling in Italien.
Meine Eltern und deren Bekanntenkreis sind große Sportkletter - Fans und wie so ziemlich alle anderen kletterbegeisterten Tiroler pilgerten auch wir jedes verlängerte Wochenende an den Gardasee.
Für den Campingplatz - Pool war es meistens leider noch zu kalt, also mussten wir Kinder uns andere Beschäftigungen suchen.
Eine leichte Aufgabe, denn das Städtchen, auf dessen Campingplatz wir immer wohnten, bot so einiges: einen Fluss, an und in dem man großartig Abenteuer spielen konnte, einen Zoo mit Enten, Pfauen und Katzen, eine Burg hoch über der Stadt, die man nach einer kurzen Wanderung durch Olivenhaine erreichte, die beste Eisdiele in ganz Italien, kleine italienische Lebensmittelläden, in denen man "Big Babol" - Kaugummis und andere Süßigkeiten kaufen konnte sowie eine wunderschöne Altstadt mit Park und Spielplatz.



Es war ein Paradies für uns.
Ich erinnere mich an den Duft von Frühling, leichtem Nieselregen, frischem Brot und nassen Stadtmauern.
Und ich erinnere mich daran, dass wir irgendwann älter wurden, keine Kaugummis sondern Aperol Spritz kauften und die "Wanderung" auf die Burg irgendwie doch nur ein Spaziergang war.
Meinen 19. Geburtstag verbrachte ich auch in Italien und den verbinde ich mit ganz viel Limoncello.
Nach einem ausgiebigen Antipasti - Pizza - Pasta - Salat - Abend gab es nichts Köstlicheres, als ein Gläschen Limoncello.
Die "Erwachsenen" tranken Ramazotti und das war mir damals viel zu bitter, aber den Limoncello, den hatte ich richtig gerne. 




Jahre später habe ich ihn jetzt für ein Dessert verwendet und bin nach wie vor begeistert.
Er passt nicht nur zusammen mit Lemon Curd in eine Tartelette - Form, auch als Topping zu Eis oder Joghurt schmeckt er lecker.
Aber Achtung: Limoncello ist ein alkoholisches Getränk und hat natürlich Wumms.
Glaubt mir, ich weiß wovon ich spreche: beim Backen dieser Tartelettes habe ich wohl ein klein wenig zu viel genascht und plötzlich fühlte ich mich ganz wohlig warm, fröhlich und beschwingt.
Ob das jetzt an den schönen Italien - Erinnerungen oder am Limoncello lag, verrate ich nicht.




LIMONCELLO - TARTELETTES
für 8 Tartelettes


für den Mürbteig
300g Mehl
200g Butter, in Stücken
100g Feinkristallzucker
1 Bio - Ei, S
Prise Salz

für den Limoncello - Curd
2 Eier
150g Zucker
80ml Zitronensaft (ca.2 große Zitronen)
60g Butter, weich
Abrieb einer Bio-Zitrone

Limoncello

für die Deko
1 Bio - Eiweiß
50g Feinkristallzucker



Für den Mürbteig das Mehl mit den Butterstücken, dem Zucker, Salz und Ei zu einem festen, homogenen Teig kneten.
Einen Ball formen, in Frischhaltefolie wickeln und für eine Stunde kühlen.

Für den Limoncello -  Curd die Butter in kleine Würfel schneiden und beiseite stellen.
Eine hitzeresistente Schüssel über einem Wasserbad (leicht köchelndes Wasser, nur ca. 2cm hoch!) platzieren und darin die beiden Eier mit dem Zucker und Zitronensaft mit einem Schneebesen verrühren.
Unter ständigem (!) Rühren dickt die Masse über der Hitze des Wassers nun in etwa 5 Minuten ein und bekommt eine Konsistenz wie Pudding.
Wenn die Creme eingedickt ist, die Schüssel vom Wasserbad nehmen und die Butterstücke einrühren, bis sie geschmolzen sind.

Zuletzt die Zitronenschale dazugeben und einrühren.
Den Curd nun etwas abkühlen lassen, dabei eine Frischhaltefolie direkt auf die Creme legen, damit sich keine Haut bildet.
Wenn die Creme ausgekühlt ist, den Limoncello nach belieben dazu geben.

Den Backofen auf 180°C Heißluft vorheizen.
Den ausgekühlten Mürbteig dünn ausrollen und kleine Kreise ausschneiden oder -stechen.
Die Kreis auf die Tartelette - Förmchen verteilen, festdrücken und mit einer Gabel kleine Löcher in die Böden stechen.
Kleine Backpapierquadrate auf die Teigböden legen und mit Keramikbohnen oder getrockneten Linsen beschweren.
Die Böden nun ca. 15 Minuten lang "blind" (also ohne Füllung) backen.

Den Limoncello - Curd auf die ausgekühlten Tarteletteböden verteilen.
Als Deko bieten sich geschmacklich auch sehr passende Baiser - Tupfer an.
Für die Baiser - Masse das Eiweiß mit dem Mixer steif schlagen und dabei den Zucker einrieseln lassen.
Wenn die Masse fest und glänzend ist, in einen Spritzbeutel füllen und kleine Tupfer auf die Limoncello - Tartelettes spritzen.
Die Oberhitze bzw. "Grillfunktion" des Backofens bräunt die Baiser - Tupfer bei großer Hitze innerhalb weniger Minuten (oder Sekunden, also aufpassen!).

TIPP:
Übrige Baiser - Masse auf ein Backpapier spritzen und die Tupfer bei 80°C im Backofen etwa eine Stunde lang trocknen lassen.
Die Baisers kann man als Deko verwenden oder zerbröseln und zu Eis, Joghurt oder Kuchen naschen.



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