Julia Mauracher. Powered by Blogger.

Die Weisheit des Eis oder: Birnen-Mandel-Küchlein

"Kannst du mir Eclairs machen? Ganz viele?", wurde ich vor zwei Wochen gefragt und natürlich konnte ich nicht Nein sagen. Mein Papa wird immerhin nicht jedes Jahr 50. Äh, 40. Äh, 30...
Inzwischen fülle ich meine Eclairs nur mehr mit selbstgemachter Creme Patissiere, ich finde, die schmeckt einfach intensiver als normaler Vanillepudding. Und die Konsistenz find ich auch besser.
Für diese Creme braucht man aber (für 10 Eclairs) drei ganze Eigelb und durch die hohe Anzahl an Eclairs steigerte sich die Eiweiß-Anzahl dann auch rasch.
Also stand ich plötzlich mit so vielen Eiweiß da, dass ich die Verwertungsidee "ganze ganz viele Macarons" gleich verwarf. Niemand kann so viele Macarons essen.
Wobei - vielleicht wollte ich auch ganz einfach nicht so viele Macarons herstellen...
Und was tut Frau Bäckerin wenn sie ganz dringend ein cooles Rezept für Berge von Eiweiß sucht?

Seitenansicht der Küchlein mit Birne

GENAU.
Das gesamte Bücherregal durchforsten.
Welch freudige Überraschung, als ich außgerechnet in meinem neuesten Backbuch die rettende Backlösung fand!
Schon im Sommer wanderte "WHAT KATIE ATE", eines der wunderschönsten Bücher jemals, in meinen Amazon-Warenkorb. Katie Quinn Davies, Australierin mit irischen (!!) Wurzeln schreibt auf ihrem Blog schon lange über Essen und Food-Photography, jetzt gibt es auch endlich ein Buch zum Blog.

angebissenes Küchlein

Der Aufbau des Buches erinnert mich an die klassischen Jamie Oliver - Bücher, es gibt alle möglichen Kategorien, "Mittagessen", "Drinks", "Salate" und die natürlich von mir favourisierte Abteilung "Desserts".
Die "Friands", wie sie in Katies Rezept heißen, sind eigentlich französische kleine Küchlein, bekannt sind sie aber vor allem in Australien und Neuseeland. Da ich keine Friands-Backform habe, wurden meine Küchlein kurzerhand im Muffinblech gebacken.
Passend zum Herbst wanderten statt Himbeeren (aus dem Originalrezept) Birnen und Mandeln in den saftigen Teig. Passt geschmacklich genauso super dazu.

BIRNEN - MANDEL -KÜCHLEIN
(für 18 Stück)

10 Eiweiß, M
300g zerlassene Butter
175g geriebene Mandeln
350g Puderzucker, gesiebt
100g Mehl, gesiebt
4 - 5 Birnen
50g Mandelstifte

Die Butter schmelzen und zur Seite stellen. Die Birnen schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden.
Zwei Muffinbleche einfetten  und mit Mehl bestäuben. Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.
Die Eiweiß kurz aufschlagen (nicht steif!), gerade so, dass sie ein wenig schäumen.  Die Mandeln, das Mehl und den Puderzucker auf niedrigster Stufe unterrühren, die Butter ebenfalls vorsichtig einrühren.
Den Teig in die Mulden geben, dabei jede Mulde zu 2/3 befüllen. Birnenstückchen auf den Teig legen und sanft in den Teig drücken. Die Mandelstifte ebenfalls auf den Teig verteilen, aber nicht eindrücken.
Die Küchlein für etwa 20 - 25 Minuten goldbraun backen. Nach der Backzeit ein Stäbchen in die Küchlein stecken, bleibt kein Teig hängen, sind sie fertig.
Die Küchlein komplett auskühlen lassen und dann vorsichtig aus der Form lösen. Dabei helfen ein Messer und ein Kuchenheber.
Wer eine Silikonbackform hat, kann die gut verwenden, dann lassen sich die Küchlein besser lösen.
Mit Puderzucker bestreuen und am besten warm servieren.

ein Birnen-Mandel-Küchlein mit Birne

Übrigens: jetzt fängt das mit den sonnenlosen Tagen im schönen Tiroler Land an....meine Kamera weint. Und ich auch. Bei bedecktem Himmel Fotos schießen macht KEINEN Spaß!! :(
Hoffentlich vergeht der Winter schnell....

Schneeflöckchen oder: Raffaello-Cupcakes

Als Donnerstagabend zwei Blech supersaftige Küchlein im Ofen und eine weiße Schokoganache im Kühlschrank darauf warteten, zu umwerfend leckeren Raffaello-Cupcakes zu werden, erreicht mich eine verstörende Nachricht.

Raffaello-Cupcakes seitliche Sicht

Den ganzen Tag über hatte es geregnet und ich hatte mich in meine Wohnung verkrümmelt: Vorhänge zu, Backofen und Kerzen an, Youtube spielte eine Ella Fitzgerald und Peggy Lee - Playlist und es schien gerade ein perfekter Abend zu werden, als meine Facebook - Freunde mich plötzlich mit ihren Statusmeldungen aus dem kuschligen Träumchen rissen.
Aus dem Regen war Schnee geworden. Und eben jener Schnee machte keine Anstalten, sofort wieder zu schmelzen.
Er blieb liegen.
Und wurde sehr, sehr schnell mehr.
 
Raffaello-Bällchen

Schnee im Oktober ist eigentlich nichts ungewöhnliches in Tirol, doch meistens trifft es uns ein, zwei Wochen später als dieses Mal - und für gewöhnlich bekommen wir davor auch eine Portion wunderschönen, bunten Herbst ab.
Der fiel heuer irgendwie sehr kurz aus.
Zu all dem kamen mit dem freitäglichen Tageslicht auch die Auswirkungen des ersten Schnees zum Vorschein: keine Zugverbindungen, rutschige Straßen, Gehwege voller Äste.
Und das Schlimmste: der Schnee hat nicht nur mein Gemüsebeet geschockfrostet, es hat auch den ELF (!) Jahre alten, wunderschönen Essigbaum im Garten meiner Eltern getötet. Der Baum ist unter der Last des Schnees einfach umgefallen.
Das gab mir den Rest.
Ich habe diesen Baum geliebt!

Raffaello

Es blieb mir gar nichts andres übrig, als mit zusammengebissenen Zähnen "Schneeflöckchen, Weißröckchen" zu summen, viele Cupcakes zu futtern und leise Abschied vom Essigbaum zu nehmen.
Die Ironie, dass meine Raffaello - Cupcakes den Schneeflocken da draußen ein wenig ähneln, ist übrigens wieder mal sehr, sehr typisch.
Leider kann ich sie nicht hassen, da sie wirklich unglaublich gut waren.
Das Rezept für den Cupcaketeig stammt von Renate Gruber ("130g Liebe") und hat mich wieder mal voll überzeugt: die Nussküchlein waren total saftig und geschmacklich top!
Wie immer empfiehlt es sich, die Ganache für das Frosting mindestens 8h (ideal wäre über Nacht) vor der Verwendung zuzubereiten, da sie sonst nicht fest genug wird, um auf die Cupcakes gespritzt zu werden.

Raffaello-Cupcakes und Raffaellos

RAFFAELLO CUPCAKES
(für 12 Cupcakes)

für den Teig
130g Butter, Raumtemperatur
1TL Vanillezucker
1TL Zitronenzesten
4 Eier, M
130g Feinkristallzucker
Prise Salz
70g Mehl
100g geriebene Mandeln
40g geriebene Haselnüsse
12 Raffaellos

 für das Ganache - Frosting
100ml Sahne
200g weiße Kuvertüre
geröstete Mandelsplitter
Kokosflocken

Mindestens acht Stunden im Voraus die Ganache zubereiten.
Dazu die Kuvertüre klein hacken und die Sahne in einem kleinen Topf vorsichtig erhitzen.
Kurz bevor die Sahne zu kochen beginnt, den Topf vom Herd nehmen, die Kuvertüre zur Sahne geben und dann gut umrühren. Wenn die Masse glatt ist, für mindestens acht Stunden bei Raumtemperatur auskühlen lassen.
Für die Cakes den Backofen auf 180°C Ober-und Unterhitze vorheizen und ein Muffinblech mit Förmchen auskleiden.
Die Butter mit dem Vanillezucker und der Zitrone hell aufschlagen, das heißt soviel wie: die Butter mindestens 4 - 5 Minuten mit dem Mixer kräftig rühren, so wird sie fluffig und hell.
Dann die Eier trennen und die Eigelb einzeln zur Buttermischung eben, nach jedem Eigelb die Masse gründlich mixen.
In einer zweiten Schüssel die Eiweiß mit dem Feinkristallzucker und dem Salz zu einem schmierigen Schnee schlagen. Also wieder ran an den Mixer, die Eiweiß müssen ebenfalls 4 - 5 Minuten, vielleicht auch länger!,  fest geschlagen werden, bis der Schnee halbwegs fest ist.
Dieses Rezept benötigt kein Backpulver, deshalb wird hier viel gemixt. Bedeutet zwar mehr Arbeit, man wird aber mit supersaftigen Cakes belohnt!! Also bloß nicht zu früh aufgeben...
Nun das Mehl mit den Mandeln und Haselnüssen unter die Butter-Eigelb-Masse heben. Vorsichtig und langsam arbeiten.
Zuletzt den Eischnee ebenfalls unterheben, wieder vorsichtig und langsam arbeiten. Je sachter man hier arbeitet, desto fluffiger wird später das Küchlein!
Den Teig sofort in die Förmchen füllen, die Förmchen sollten dabei zu 2/3 voll sein. Je ein Raffaelllo in den Teig drücken und darauf achten, dass es völlig von Teig bedeckt ist.
Den Backofen auf 160°C reduzieren, das Blech in den Ofen geben und dann einen Kochlöffel in die Ofentür klemmen, so dass die Cupcakes bei "offenem Zug" backen können.
Nach zwanzig Minuten die Cupcakes checken. Einen Zahnstocher in die Cakes stecken (diesmal NICHT in die Mitte, denn da ist ja das Raffaello....). Bleibt kein Teig hängen, sind die Cakes fertig!
Die Cupcakes vollständig auskühlen lassen.

Die Ganache mit dem Handmixer zwei bis drei Minuten hell fluffig aufschlagen und in einen Spritzbeutel mit geschlossener Sterntülle füllen.
Für zehn bis fünfzehn Minuten in den Kühlschrank geben und dann die Cupcakes mit der Ganache frosten.
Mit gerösteten Mandelsplittern und Kokosflocken dekorieren.

Seitliche Ansicht der Cupcakes

Der Oktoberfestrausch oder: Schoko-Cupcakes mit Deutscher Buttercreme

Warum genau ich heute im Rausch bin, muss ich jetzt erstmal erklären.
Es ist NICHT wegen dem Oktoberfest, denn auf besagtem Feste bin ich trotz geographischer Nähe noch nie gewesen. Ich besitze (noch!) kein Dirndl, könnte mir niemals einen Liter Bier um 10 Euro leisten und bin zudem auch ganz untalentiert, was Flechtfrisuren angeht.... ich bin also einfach noch nicht bereit fürs Fest.

Detailaufnahme der Dekoherzen

Der Rausch betrifft auch nicht unbedingt den Oktober, denn wegen dem bekomme ich aus zwei Gründen gleich mal eine Runde Gänsehaut.
Erstens - weil's kalt ist.
Und zweitens, weil Oktober wieder mal SCHULBEGINN bedeutet....und heuer somit auch Endspurt.
Ich starte in mein letztes Ausbildungsjahr und bin einerseits unglaublich gespannt und andererseits unglaublich panisch.
Gibt es ein Leben nach dem Studium?!? Man weiß es nicht...

Der Rausch bezieht sich eigentlich auf die Motto -Cupcakes, die ich letzte Woche backen durfte.
Ich LIEBE es, nach einem Motto zu backen. Da kann man sich so herrlich kreativ ausleben :)
Den meisten Spaß hatte ich mit dem Royal Icing, mit dem ich die kleinen Lebkuchenherzen verziert habe. Es war meine erste Royal Icing - Erfahrung und ich fühlte mich sofort in die Malstunde im Kindergarten zurückversetzt....Kekse anmalen, wie toll ist das denn???
Mir reichten die paar Mini-Lebkuchen nicht aus und so hab ich kurzerhand eine Packung Butterkekse dazu auserkoren, Opfer meines neuen Pinsel-Sets zu werden.
Die Ergebnisse waren eher mittelmäßig, auch der Umgang mit Royal Icing will gelernt sein....aber das wird schon noch ;)

Lebkuchen Dekoherzen

Die Cupcakes waren für eine Oktoberfest-Büroparty und ich habe diese Gelegenheit genutzt, gleich mal ein neues Rezept auszuprobieren: Deutsche Buttercreme.
Die passt nicht nur geschmacklich, sondern auch namentlich zum Oktoberfest.
Dieses Rezept stammt von Nina und ich habe es in abgeänderter Form schon mal HIER probiert.
Der Pudding für die Buttercreme sollte am Vortag zubereitet werden.

seitliche Ansicht des Cupcakes

SCHOKO - CUPCAKES
(für 12 - 14 Stück)
240g Zucker
2 Eier
80g Butter, Raumtemperatur
200g Mehl
40g Kakao
1EL Backpulver
1/4TL Salz
240ml Milch

Den Backofen auf 180°C vorheizen und ein Muffinblech mit Förmchen auslegen.
Die Butter mit dem Zucker, Mehl, Kakao, Backpulver und Salz zu einer sandigen Masse mixen.
Die Eier mit der Milch verquirrlen und die Hälfte davon zur Mehlmischung geben.
Gut mixen, Teigreste von den Schüsselwänden kratzen und dann den Rest der Eier-Milch-Mischung dazugeben und alles so gut miteinander verrühren, dass eine glatte Masse entsteht.
Die Förmchen zur Hälfte mit dem Teig befüllen. Da dieser Teig sehr aufgeht, reicht das aus.
Nun die Cakes für etwa 20 Minuten backen. Wenn man ein Stäbchen in die Cakes steckt und es bleibt kein Teig daran kleben, sind sie fertig gebacken.
Die Cupcakes vollständig auskühlen lassen.

DEUTSCHE BUTTERCREME
(als Topping für 12 - 14 Cupcakes)

500ml Vollmilch
3-4EL Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
50g Maisstärke
3EL Puderzucker
250g Butter, Raumtemperatur

Den Pudding am besten einen Tag vor der Zubereitung und Verwendung der Buttercreme zubereiten.
8 EL der Milch  mit dem Zucker, Vanillezucker und der Maisstärke in einer Tasse glattrühren. Die restliche Milch in einem Topf aufkochen lassen, dann den Topf vom Herd nehmen und die Maisstärke-Mischung in die heiße Milch rühren. Den Topf wieder auf den Herd stellen und den Pudding unter Rühren nochmal aufkochen lassen.
Den Pudding in eine Schüssel geben und ein Stück Frischhaltefolie direkt auf den Pudding legen, damit sich keine Haut bildet.
Den Pudding kühl stellen, aber dann gleichzeitig mit der Butter früh genug zur Weiterverwendung aus dem Kühlschrank nehmen, denn diese beiden Zutaten müssen beim Zusammenrühren Raumtemperatur haben.
Am nächsten Tag die zimmerwarme Butter mit dem Puderzucker hell und cremig schlagen und dann den Pudding esslöffelweise einrühren.
Die Creme ein bis zwei Minuten kräftig mixen, bis eine homogene Masse entstanden ist.
Die Creme eventuell noch einmal kurz kühl stellen.

Da ich mit dem Rezept für die Mini - Lebkuchen nicht zufrieden war, werde ich es euch auch nicht weitergeben ;) Ich vertröste euch da auf die Weihnachtszeit, da werde ich dann ein gelungenes Rezept posten.
Auch einen Post über Royal Icing bleibe ich euch schuldig, dazu fehlen mir noch ein paar schöne Fotos...

Drei Cupcakes von der Seite

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