Julia Mauracher. Powered by Blogger.

Warme Erinnerungen oder: Feigen - Clafoutis mit Thymian

Es ist soweit.
Ganz heimlich und quasi über Nacht hat sich der Herbst nach München geschlichen.
Plötzlich trägt man wieder Pullis und die Winterjacke, denn ohne diese Utensilien wäre die morgendliche Fahrradtour zur Arbeit doch etwas kühl.
Wenn ich am frühen Morgen die Türen zu meiner wunderschönen Dachterrasse öffne, um die frische Luft reinzulassen, riecht es nach nassem Tau. Die Sonne hat es noch nicht ganz über die Dächer Münchens geschafft und taucht alles in ein blau - gelbliches Licht.
 



Erst zur Mittagspause strahlt die Sonne dann an manchen Tagen mit einer fast schon sommerlichen Kraft vom Himmel und zaubert uns allen ein Lächeln ins Gesicht...
Wenn es abends früh dunkeln wird, werden ein paar Kerzen angezündet, ein Gläschen Rotwein eingeschenkt und irgendwas Köstliches mit Kastanien, Kürbissen und Nüssen gekocht.
Der Spätsommer (oder Frühherbst) gehört zu meinen absoluten Lieblingsjahreszeiten .
Er läd dazu ein, das vergangene halbe Jahr Revue passieren zu lassen, in warmen Sommererinnerungen zu schwelgen, Notizen für Weihnachtsgeschenke zu machen und sich auf den ersten Schnee zu freuen.
Er ist gemütlich, riecht fantastisch und taucht die Welt in wunderschöne Farben.
Außerdem schmeckt er einfach gut.



Die Feige zählt bei uns schon eher zur Herbst - Frucht, ich selbst verbinde aber den Sommer mit ihr.
Egal wo ich bis jetzt im Sommerurlaub war, irgendwo roch es immer nach Feigen. Dieser feine, süßliche Duft kombiniert mit der Hitze der Sonne ist eine wunderbare Erinnerung.
Heute Morgen roch es für kurze Zeit genau so, als ich die Clafoutis aus dem heißen Ofen holte.
Was für eine schöne Art, in warmen Sommererinnerungen zu schwelgen....





FEIGEN - CLAFOUTIS MIT THYMIAN
für 4 kleine Schälchen

für den Teig
40g Butter
2 Stiele Thymian
33g Mehl
35g Zucker
75g gemahlene Mandeln
Prise Muskat
Prise Salz
1 Bio - Ei, M
75ml Schlagsahne

für die Fruchtfülle
4 mittelgroße, frische Feigen
Thymianstiele

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Vier Auflauf - Schälchen mit Butter einfetten.
Die 40g Butter bei mittlerer Hitze schmelzen und leicht bräunen. Dann beiseite stellen und etwas abkühlen lassen.
Die Thymianblättchen von den Stielen zupfen und fein hacken. Die Feigen abwaschen und tief, aber nicht ganz über Kreuz einschneiden.
Das Mehl mit dem Zucker, den Mandeln, dem Thymian, einer Prise Muskat und Salz vermischen.
Das Ei mit der Sahne verquirrlen und zur Mehl - Masse geben. Die leicht abgekühlte Butter ebenfalls zur Masse geben und alles gut miteinander vermischen.
Die Masse auf die vier Förmchen verteilen und jeweils eine Feige auf die Masse setzen. Etwas festdrücken und mit ein paar Thymianstielen dekorieren.
Nun für ca. 25 Minuten im Backofen backen.
Die fertigen Clafoutis aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen und am besten warm genießen.






Rezept gefunden auf essen-und-trinken.de

In die Berg bin i gern oder: Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster

Kurz bervor es für mich Anfang September beruflich in eine ganz neue Richtung ging, hab ich mir nochmal ein paar Tage Auszeit genommen, um Zeit in meiner schönen Heimat Tirol zu verbringen.
Ich liebe München und genieße das bunte Stadtleben jeden Tag, aber manchmal verspüre ich in meinem Herzen eine Sehnsucht nach den Bergen, frischer Landluft, den Geräuschen von Kuhglocken und Wanderschuhen auf knirschendem Kies.




In solchen Fällen überrasche ich meine Eltern immer mit der Frage, ob sie denn Lust auf eine Wanderung mit mir hätten.
Das überrascht meine Eltern deshalb, weil ich zwar als Kind jedes Wochenende mit ihnen in den Bergen unterwegs war, diese Wochenendpläne von mir als pubertierende Zicke jedoch vehement abgelehnt wurden.
Ich hatte als Teenager einfach so viel Wichtigeres zu tun.
Ins Kino gehen, den kompletten Samstag im Einkaufszentrum zu verbringen, "Sims" zu spielen, vor dem Fernseher zu hängen oder einfach mal einen ganzen Tag lang schlafen.
Das kennt vermutlich jeder, der mal Teenager war.
Aber diese Zeiten sind lange, lange vorbei.
Das Erwachsenwerden hat mich von Anfang an etwas überrumpelt, denn ich bin sehr behütet aufgewachsen und hatte bis vor ein paar Jahren keine Ahnung, was Steuererklärung, Krankenkassenbeitrag und Mietverträge sind und was es bedeutet, all diese Dinge in den Alltag zu integrieren und im Kopf zu haben.
Da raucht der Kopf ab und zu mal ganz schön.



Irgendwann habe ich dann bemerkt, dass ich dem ganzen Erwachsenenstress nur dann entkommen kann, wenn ich mir ein Stück meiner Kindheit zurückhole.
Und somit habe ich das Wandern wieder für mich entdeckt.
Heute gibt es für mich kaum was Schöneres, als an warmen Sommertagen in die Berge zu fahren und Zeit mit der Natur, meinen Liebsten und ein paar Kühen zu verbringen.
Mit meinem Jobwechsel kam auch ein völlig neuer Lebensstil. Weg vom Nachtarbeiten, hinein ins Büroleben. Vollzeit.
Wer so lange als Freiberuflerin/Studentin/Aushilfskellnerin gearbeitet hat wie ich, den verunsichert so eine 40-Stunden-Bürowoche schon mal.
Hab ich überhaupt noch Zeit für irgendwas??
Aus diesem Grund nahm ich mir eben diese kleine Auszeit, um noch mal richtig schön wandern zu gehen.
Unser Ziel waren die Südtiroler Berge: zwei Tage wandern, auf einer Hütte übernachten, mehrere Gipfel erklimmen.



Es war herrlich. Und obendrauf gab's in Südtirol neben strahlendem Sonnenschein und dem Duft von moosigen Bergbächen und Almrosen auch superleckeres Essen.


Ich hab euch heute einen Kaiserschmarrn mitgebracht, der kommt zwar ursprünglich aus Wien, aber auch in Tirol und Südtirol ist er auf jeder Speisekarte zu finden.
Und nach so einer anstrengenden Bergtour macht's auch gar nichts, wenn man die ganze Portion alleine aufisst.....



KAISERSCHMARRN MIT ZWETSCHGENRÖSTER
(für 2 Dessert - Portionen)


für den Zwetschgenröster 
300g Zwetschgen (ca. 12 Stück)
150g Feinkristallzucker
2 Zimtstangen
3 Gewürznelken
etwas Zitronensaft


für den Kaiserschmarrn
2 Bio - Eier, M/L
125ml Vollmilch
125g Mehl
Prise Salz


Für den Zwetschgenröster die Zwetschgen waschen, entkernen und in dünne Schnitzer schneiden.
Zusammen mit dem Zucker, den Zimtstangen, Nelken, einem Spritzer Zitronensaft und Schuss Wasser in einen Topf geben und bei mittlere Hitze aufkochen lassen.
Nun etwa 10 Minuten köcheln lassen, bis das Wasser zum größten Teil verdunstet ist und sich die Schalen der Zwetschgen nach außen kringeln.
Beiseite stellen.
Für den Kaiserschmarrn die Eier trennen.
Die Eigelb zusammen mit Milch, Salz und Mehl zu einem Teig mixen.
Die Eiweiß in einer separaten Schüssel steif schlagen und den Eischnee dann vorsichtig unter die Teigmasse heben.
In einer großen Pfanne etwas Butter auf mittlerer Hitze schmelzen und den Teig dann in die Pfanne geben.
2 - 3 Minuten backen, bis der Boden des Teigs fest genug ist, um den Riesenpfannkuchen zu wenden.
Auch von der anderen Seite goldbraun backen.
Dann den großen Pfannkuchen mit zwei Gabeln in kleine Stücke reißen.
Die Stücke an den Rand schieben und ein Häufchen Zucker in die Mitte der Pfanne geben. Den Zucker schmelzen lassen und die Schmarrnstücke dann damit vermengen. So entsteht ein "Karamelltouch" und der Schmarrn wird schön knusprig.
Den Kaiserschmarrn mit etwas Puderzucker dekorieren und dann am besten sofort mit dem Zwetgenröster genießen.


Rezept Kaiserschmarrn: Maria Drewes, Rezept Röster: ichkoche.at
Copyright auf alle Bilder: Julia & Christian Mauracher

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