Julia Mauracher. Powered by Blogger.

Jahrestag oder: Nektarinen - Rosen - Tartelettes

Heute ist ein besonderer Tag. Und an besonderen Tagen bekommt man was geschenkt.
Oder man verschenkt etwas. Blumen zum Beispiel.
Wir haben in unsrem Zuhause immer frische Blumen, das war eine Vereinbarung, die meine Mitbewohnerin (und sogleich Schwester) und ich vor genau einem Jahr getroffen haben.
Blumen sorgen für Farbtupfer, einen Hauch Natur, Schönheit und Harmonie.


Die Pfingstrosenzeit bereitet mir immer am größten Freude, dicht gefolgt von der Ranunkel - und Tulpenzeit.
Ich brauche also nicht immer einen besonderen Anlass, um Blumen zu verschenken oder sie mir selbst zu kaufen, aber heute gibt es tatsächlich einen Anlass.


Vor genau einem Jahr bin ich nämlich nach München und in diese mit Blumen gefüllte, nach Cupcakes und Parfum aus Paris riechende Wohnung gezogen und habe ein neues Leben begonnen.
Ein Jahr ist vergangen, schneller als erwartet.
Anfangs haben wir uns Sorgen gemacht, dass die geplante "Familien - Wg" nicht funktionieren wird. Dass wir nicht genug Platz für uns beide haben werden.
Ein Jahr später haben wir so ziemlich alle Kämpfe gekämpft und leben gut miteinander, es gibt Regeln, an die sich beide halten und wir erinnern uns beide immer wieder daran, wie viel Glück wir hatten, diese Wohnung zu finden ( in MÜNCHEN!!).
Inzwischen haben zeitweiße nicht nur zwei, sondern sogar vier Menschen in dieser Wohnung Platz.
Und es gibt wie vereinbart immer frische Blumen.


Mein heutiges Rezept, die Nektarinen - Tartelettes in Rosenoptik, sind ein kleines Geschenk an meine Schwester und an unsere Wohnung. Zum ersten Jahrestag, sozusagen.


NEKTARINEN - ROSEN - TARTELETTES
(für 10 Stück)

für den Mürbteig
150g Mehl
100g Butter, kalt, in Stücken
50g Zucker
1 Eigelb, M

für die Creme Patissiere
2 Eigelb, M
165ml Milch
Vanillemark
25g Zucker
7g Mehl
7g Speisestärke

für die Füllung
5 - 6 Nektarinen
Pfirsichsaft


Die Mulden eines Muffinblechs einfetten und bemehlen.
Den Mürbteig zubereiten, dazu die Zutaten in eine große Schüssel geben und mit den Händen zu einem glatten Teig kneten. Den Teig zu einem Ball formen und in Frischhaltefolie einwickeln und erstmal in den Kühlschrank geben.
Für die Creme Patissiere die Milch mit dem Vanillemark (Mark 1/2 Schote oder 3 - 4 Umdrehungen mit der Dr. Oetker Vanillemühle) in einem Topf langsam erhitzen.
Die Eigelbe mit dem Zucker, Mehl und der Speisestärke mit dem Handrührer hell aufschlagen, so dass eine fast weiße Masse entsteht.
Wenn die Milch kocht, den Topf von der Hitze nehmen und die Milch langsam und unter Rühren zur Eiermasse geben. Gut verrühren, dann die Creme wieder in den Topf geben und auf dem Herd nochmal, wieder unter Rühren, aufkochen lassen.
In eine Schüssel geben und mit Frischhaltefolie abdecken, dabei die Folie direkt auf die Creme geben, damit sich keine Haut bildet.

Den Mürbteig aus dem Kühlschrank nehmen und ca. 4mm dick ausrollen.
Mit einem Glas oder Keksausstecher, welcher dieselbe Größe wie der Durchmesser der Muffinmulden hat, runde Kreise aus dem Teig stechen und die Kreise dann in die Mulden legen.
Mit einer Gabel mehrmals in die Böden stechen, dann das Blech in den Kühlschrank stellen.
Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.
Nach ca. 15 Minuten das Muffinblech in den Ofen geben und die Tarteletteböden goldbraun backen.
Die fertig gebackenen Tartelettes auskühlen lassen, sollte der Boden der Tartelettes etwas hoch gegangen sein, könnt ihr zB. ein Schnapsglas nutzen, um die Boden wieder flach zu drücken.
Jeweils einen gehäuften Teelöffel der Creme Patissiere auf die Tarteletteböden verteilen.

Einen Topf mit etwas Pfirsichsaft füllen und den Saft vorsichtig erhitzen.
Die Nektarinen vierteln und dann in hauchdünne Scheiben schneiden. Dabei wirklich darauf achten, dass die Scheiben dünn sind, denn sonst lassen sie sich später nicht mehr aufrollen.
Die Scheiben in den köchelnden Pfirsichsaft geben und für ca. 2 - 3 Minuten etwas weicher werden lassen.
Nicht zu lange köcheln lassen, sonst verlieren die Nektarinen ihren Geschmack.
Den Saft abgießen und die Scheiben in einem Sieb etwas abtropfen und auskühlen lassen.

Dann auf einem Backblech zehn Reihen mit Nektarinenscheiben schichten, dabei die Scheiben immer bis zur Hälfte überlappen und die Reihen vertikal schichten. Die bauchige Seite der Nektarinen, auf der sich auch die Haut befindet, sollte nach rechts zeigen.
Nun die erste Reihe von oben nach unten vorsichtig aufrollen, so dass eine Rose entsteht.
Da ich keine Making - Of - Fotos habe, hier der Link zu Nina's Blog, wo ihr das ganze in Bildern sehen könnt.
Die Rose auf die Creme Patissiere im ersten Tartelette setzen und etwas festdrücken.
Den Vorgang nun wiederholen, bis alle Reihen aufgerollt sind.
Die Tartelettes nochmal für ca. 10 Minuten bei 150°C im Backofen backen, dann auskühlen lassen.



Mitbringsel oder: Tarte apricot


In meinem letzten Post habe ich euch erzählt, dass ich demnächst auf Weinreise ins Burgund nach Frankreich fahren werde.
Nun, die Zeit fliegt und ich bin seit fast einer Woche bereits wieder zurück.
Es waren sehr schöne Tage, gefüllt mit vielen neuen Eindrücken, vielen Informationen, neuen Bekanntschaften und vor allem: Essen. Und Wein.


Seit meiner frühen Kindheit gilt Frankreich für mich als Urlaubsland Nummer 1, wir waren beinahe jeden Sommer dort, ein paar mal am Festland, aber hauptsächlich auf der Insel Korsika.
Nichts macht mich glücklicher und bringt mir mehr Entspannung als ein knuspriges Baguette frisch vom Bäcker, dazu Frischkäse, Paprika und ein Gläschen Rose - Wein oder ein typisch französisches Bierchen, das "Panach".


Das ist für mich der Inbegriff von Urlaub.
Über die Jahre kamen viele Dinge dazu, die ich an Frankreich lieben gelernt habe, Paris zum Beispiel, die vielleicht schönste Stadt der Welt oder die französische Backkultur.
 

Die Freude war also wirklich groß, als ich erfuhr, dass ich bei dieser Weinreise mitfahren darf.
Ich habe Frankreich wieder von einer ganz neuen Seite kennengelernt. Vor einem guten Jahr hatte ich KEINE Ahnung von Weinbau und wie groß das Burgund überhaupt ist. Ich wusste nicht, wie viele leidenschaftliche Winzer es dort gibt, die den Familienbetrieb Generation für Generation übernehmen und mit viel Liebe aufrechterhalten. Ich wusste nicht, wie schön es auch abseits der Küste sein kann, wie viele ruhige, fast schon ausgestorbene kleine Städtchen es gibt und vor allem wusste ich nicht, dass die Franzosen SO nett, gesprächig und gastfreundlich sein können!


Ich habe euch von meiner kleinen Reise auch was mitgebracht.
An einem Mittag mitten im Gebiet Nuits-Saint-George wurde uns ein köstliches Mittagsmenü serviert und - wie sollte es auch anders sein? - natürlich war das Dessert mein persönliches Highlight.
Eine supereinfache Aprikosentarte (wir Österreicher sagen ja eigentlich Marillen...), ohne viel Schnick Schnack, serviert mit einem Löffel gesüßter Sahne.
Es war wunderbar. Und deshalb habe ich diese Tarte für euch nachgebacken!



TARTE APRICOT
in einer kleinen runden Tarteform mit 18cm Durchmesser

für den Mürbteig
150g Mehl
100g Butter, kalt, in Stücken
50g Feinkristallzucker
1 Eigelb, S

für die Füllung 
7 - 8 mittelgroße Aprikosen
1/2TL geriebener Thymian
1/4TL geriebener Rosmarin


Für den Mürbteig die Zutaten in eine große Schüssel geben und mit den Händen zu einem kompakten Teig verarbeiten. Gut durchkneten, dann zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und für 1 Stunde in den Kühlschrank geben.
Die Aprikosen waschen und in Hälften schneiden.
Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen und die Tarteform mit Butter einfetten und Mehl bestäuben.
Nun den gekühlten Teig etwa 5mm dünn ausrollen und in die Tarteform legen, so dass Boden und die Ränder bedeckt sind.
Mit einer Gabel mehrmals in den Teig stechen, damit die heiße Luft später entweichen kann.
Mit dem übrigen Teig mittels Reibe "Crumbles" auf den Teigboden reiben, aber nur spärlich, nicht so, dass der Boden komplett bedeckt ist.
Nun die Aprikosenhälften in die Form schichten.
Mit dem geriebenen Thymian und Rosmarin überstreuen, nochmal ein paar Crumbles draufgeben und dann in den vorgeheizten Backofen geben.
Für ca. 45 Minuten goldbraun backen, die Aprikosen sollten komplett weich und leicht gebräunt sein.

Für das ideale Geschmackserlebnis bestreut ihr die Tarte ausgekühlt noch mit etwas Puderzucker und serviert sie mit etwas gezuckerter Sahne. Das schmeckt WAHNSINN!
Die Säure von den Früchten kombiniert mit der süßen Sahne und dem knusprigen Teig sorgt für ein totales Geschmackserlebnis im Mund...

Und weil dies ja ein Post übers Burgund ist, gibt's jetzt auch noch einen Tipp vom Sommelier meines Vertrauens, Mister Bakes himself sozusagen: zu dieser Tarte könnt ihr natürlich stilecht auch burgundische Weine trinken. Am besten passt da ein Chardonnay aus der Appellation Pouilly - Fuisse, die liegt im Norden des Burgunds, im sogenannten Macconais.
Diese Weine, vor allem wenn sie mit Lagenbezeichnung sind (also generell etwas besser, feiner, filigraner), haben wenig Säure und passen deshalb hervorragend zur Tarte. Auf der Tarte selbst haben wir nämlich schon genug (Frucht)säure.


Ausgeholfen oder: Erdbeer - Biskuitrolle von Simone

Heute habe ich mir Unterstützung von Simone geholt, die auf www.gutekueche.at über süße und pikante Schmankerln bloggt.
Passend zur Erdbeersaison präsentiert sie euch heute einen Klassiker, den es hier am Blog noch gar nicht gibt und mich trotzdem schon mein ganzes Leben lang begleitet, denn Biskuitrolle war bei uns zuhause der Star auf jedem Kuchenbuffet, egal ob Geburtstagsfeier, Nachmittagskaffee oder Grillparty.
Selbstgebacken habe ich die berühmte Rolle noch nie, ich habe nämlich "etwas" Respekt vor dem Rollen. Mit meinem Pech, das ich ab und zu mal in der Küche habe, würde die Rolle bei mir bestimmt immer brechen...mit Simones Rezept versuche ich mich aber vielleicht trotzdem bald mal an einer eigenen Biskuitrolle, denn sie hat auch den ein oder anderen Tipp im Gepäck!

Vielen Dank an Simone für dieses Rezept, da ich momentan kaum zum Backen komme, hat sie mich vor einer langen Blogflaute bewahrt.
Nächste Woche steht dann bei mir eine kleine, feine Weinreise ins wunderschöne Burgund in Frankreich an, ich freue mich sehr darauf, etwas abschalten zu können und nehme euch natürlich auf meinem Instagram - Profil mit in das Land von Wein, Käse und Eclairs!



ERDBEER - BISKUITROLLE

Sobald einem die roten, frischen Erdbeeren in jedem Supermarkt entgegen leuchten, bekommt man Lust auf eine Erdbeer-Biskuitrolle, die in Österreich ja meist Biskuitroulade genannt wird. Es lohnt sich, diese frühlingsfrische Mehlspeise selbst zu backen.

Für Biskuit gibt es unzählige Rezepte, oft ein schon von der Oma übernommenes Familienrezept, das immer gelingt. Auch für die Füllung einer Biskuitroulade gibt es viele Möglichkeiten. Die traditionellste Art ist, das Biskuit mit Marillenmarmelade zu füllen, aber auch mit Cremen und verschiedenen Früchten (wie zum Beispiel eine Biskuitrolle mit Erdbeeren) hat diese klassische österreichische Mehlspeise ihre Anhänger.

Hier gibt es ein bestimmt gelingendes Rezept für eine Erdbeer-Biskuitrolle.

Zutaten für den Teig:
  • 6 Eier
  • 2 Esslöffel Wasser
  • 200 Gramm Staubzucker
  • 1 Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 150 Gramm glattes Mehl
  • 1 Teelöffel Backpulver

Zutaten für die Füllung:
  • 2 Becher Schlagobers
  • 2 Packungen Sahnesteif
  • ca. 50 Gramm Staubzucker
  • ca. 1/4 kg Erdbeeren

Als erstes das Backrohr einschalten, da der Biskuitteig ins heiße Rohr kommen soll. Mit 180 Grad Ober- und Unterhitze backen bringt ein besseres Ergebnis als mit Umluft, die den Teig eher austrocknet. Ein Backblech vorbereiten und mit Backpapier belegen.

Zuerst trennt man Dotter und Eiklar in zwei Schüsseln. Die Dotter mit dem Wasser schaumig schlagen. Dann kommen Zucker und Vanillezucker dazu und man mixt weiter, bis die Masse cremig ist. Inzwischen schlägt man in der anderen Schüssel das Eiweiß mit der Prise Salz steif. Das Mehl wird mit dem Backpulver vermischt und zur Ei-Zucker-Masse gegeben. Zum Schluss noch den steifgeschlagenen Schnee vorsichtig unterheben. Dann streicht man den luftigen Teig auf dem Backpapier glatt und schiebt alles auf der mittleren Schiene in den Backofen.

In etwa 10 bis 12 Minuten ist das Biskuit fertig gebacken. Es soll nur hell gebacken werden, da es sonst zu trocken wird und beim Einrollen leicht bricht.

Während des Backens richtet man Backpapier oder ein frisches Geschirrtuch und bestreut es mit etwas Zucker. Darauf wird der fertig gebackene Teig gestürzt. Das Backpapier zieht man ab. Falls das nicht leicht geht, hilft es, die Rückseite vorsichtig mit einem befeuchteten Stück Küchenrolle zu bestreichen. Das Papier lässt sich dann leichter abziehen. Da sich der Teig in ausgekühltem Zustand nicht einrollen lässt, rollt man ihn mit dem Geschirrtuch oder dem Backpapier ein und lässt ihn so auskühlen.

Inzwischen werden die Erdbeeren gewaschen, geputzt und klein geschnitten. Das Schlagobers mit dem Zucker aufschlagen und erst kurz vor Ende das Sahnsteif-Pulver dazu mischen. Dazu steht die Anleitung genau auf der Verpackung. Wenn die Mehlspeise gleich aufgegessen wird, dann kann man sich das Sahnesteif sparen.

Die ausgekühlte Roulade aufrollen, mit dem Schlagobers bestreichen, die Erdbeerstückchen aufstreuen und dann die Biskuitroulade wieder aufrollen.

Am Schluss wird die Erdbeer-Biskuitrolle leicht angezuckert, in der Mitte etwas Schlagobers auftragen und dekorativ mit Erdbeeren belegen. Wenn das Grün schön und frisch ausschaut, dann lässt man es an den Beeren, sonst machen sich auch ein paar Blättchen Zitronenmelisse gut zwischen den Erdbeeren.


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